Der Träger

Die IFAK e.V. ist eine gemeinnützige, parteipolitisch neutrale und religiös ungebundene Selbstorganisation von Zuwanderern und Einheimischen auf kommunaler Ebene. Wir sind Träger von mehreren Einrichtungen, Projekten und Maßnahmen im Bereich der interkulturellen Kinder- und Jugendhilfe sowie der Migrationssozialarbeit in verschiedenen Bochumer Stadtteilen, in denen viele Familien mit Migrationsgeschichte leben.

Bis heute hat sich die IFAK e.V. zu einer Organisation entwickelt, in der sowohl Mitgliedschaft und Vorstand als auch die Teams der einzelnen Einrichtungen multiethnisch besetzt sind.  Diese verfolgen einen interkulturellen Arbeitsansatz und damit das gemeinsame Ziel, das Zusammenleben und die gegenseitige Akzeptanz und Toleranz von Zuwanderern und Einheimischen zu fördern, die Migrantenbevölkerung zu stärken und Benachteiligungen abzubauen.

Die IFAK e.V. ist Mitglied im Paritätischen NRW und seit 1975 staatlich anerkannter Träger der freien Jugendhilfe. Auf kommunaler Ebene sind wir Mitglied in der Arbeitsgemeinschaft der Offenen Türen in Bochum (AGOT).

Das Mehrgenerationenhaus Stadtteilzentrum Dahlhausen

Das Bundesministerium für Familie, Senioren und Jugend (BMFSFJ) startete am 01.01.2017 ein neues Bundesprogramm zur Förderung von Mehrgenerationenhäusern in Deutschland, welches das bis Ende 2016 geförderte „Aktionsprogramm Mehrgenerationenhäuser II“ ablöst. Nun sind es 550 Mehrgenerationenhäuser bundesweit. Das Bundesprogramm zielt auf eine noch stärkere Verankerung der Mehrgenerationenhäuser in der Kommune durch die Einbindung der Häuser in die kommunalen Planungen zur Gestaltung des demographischen Wandels im Sozialraum.

Das MGH in Bochum Dahlhausen zeichnet sich besonders aus für interkulturelle, generationsübergreifende Angebote, die ein Aufbrechen der gesellschaftlichen und fachlichen Versäulung von Alt und Jung ermöglichen. Zentrale Schwerpunkte sind niedrigschwellige Angebote im „Offenen Treff/ Offenen Café“ zur Erreichung aller Stadtteilbewohner*innen.

Die Besonderheiten der Mehrgenerationenhäuser

Im Überblick:

Mehrgenerationenhäuser

  • sind niedrigschwellige Anlaufstellen im Sozialraum für alle Generationen und Familienkonstellationen und wirken der Vereinsamung und Isolation entgegen
  • leisten einen maßgeblichen Beitrag zur Integration und zur Prävention
  • sind Zentren mit Dienstleistungs- und Entlastungsangeboten und Bildungsangeboten
  • sind innovative Einrichtungen zur Unterstützung von Familien, Älteren, Kindern und Jugendlichen als Voraussetzung für ein selbstbestimmtes Leben (gerade im Alter)
  • verwirklichen den Ansatz „Alt und Jung“ auch über die Ursprungsfamilie hinaus
  • fördern Solidarität der Generationen und Kulturen
  • organisieren Stadtteilleben, sind Lernorte der Generationen
  • sind eine zeitgemäße Antwort auf die demografische Entwicklung
  • bieten die Methodik zur Neuausrichtung und Vernetzung bestehender Einrichtungen in moderne, soziale Dienstleistungszentren für alle Bevölkerungsgruppen

 

MGH organisieren Generationenarbeit

MGH sind Einrichtungen unterschiedlichster Träger, die sich der Umsetzung des intergenerativen Miteinanders verpflichtet haben. Sie spüren die Potenziale aller Generationen auf und organisieren ein intergeneratives Miteinander. Durch die Vernetzung von altersspezifischen Angeboten in den Einrichtungen, werden Ressourcen und Lebenswissen von Alt und Jung einander zugängig und nutzbar gemacht. Über das gemeinsame Kennenlernen und Agieren werden Vorurteile zwischen den Generationen abgebaut und so wird gegenseitige Unterstützung erst möglich. Neue Angebotsstrukturen entwickeln sich unter Einbeziehung unterschiedlicher Generationen.

Hier einige Beispiele aus den Häusern: Jugendliche geben Computer-, Internet- und Handykurse, helfen bei Gartenarbeit oder Besorgungen usw.. Senior*Innen beraten und unterstützen bei schulischen Problemen und unterstützen mit Rat und Tat beim Übergang von Schule und Beruf. Sie geben ihr Lebenswissen und berufliche Erfahrungen an Jüngere weiter, sog. Leihgroßeltern übernehmen die Rolle der oft fehlenden leiblichen Großeltern.

In vielen gemeinsamen Aktivitäten wie dem Offenen Treff, in Kursen, Gesprächskreisen und Kultur- Sport- und Kreativangeboten, sowie in Projekten, Ausflügen und Reisen initiieren MGH das generationenübergreifende Miteinander und bieten auf diese Weise Begegnung und gesellschaftliche Teilhabe über ethnische-, familiäre-, kulturelle- und schichtenspezifische Grenzen hinweg.

MGH arbeiten mit einem generationenübergreifenden Ressourcenansatz

Während sich viele andere Institutionen der sozialen Arbeit ihren Zielgruppen mit einem Problemansatz bzw. einem Betreuungsauftrag nähern, bieten MGH darüber hinaus eine Angebotsstruktur für alle Stadtteilbewohner, auch und gerade für Aktive und potenziell Engagierte, die gesellschaftlich und sozial etwas bewegen möchten und/oder sich beruflich ausprobieren wollen, z.B. als Freiwillige Mitarbeiter*Innen, Kursleiter*Innen oder Anbieter*Innen von haushaltsnahen Dienstleistungen.

MGH nutzen Personalmix und flexiblen Mitteleinsatz zur Mobilisierung von freiwilligem Engagement und Erprobung von selbstinitiierten und bedarfsorientierten Angeboten

Mit dem flexiblen Mitteleinsatz im Bereich von Honorarmitteln und Aufwandsentschädigungen steht ein finanzielles Instrumentarium zur Verfügung, das es ermöglicht bedarfsorientiert Ideen und Angebote von und für StadtteilbewohnerInnen aufzugreifen und modellhaft zu erproben. So sind MGH in höchstem Maße innovativ und tragen zur Aktivierung der Zivilbevölkerung bei. Zudem werden aus vielen guten Ideen und Projekten, die auf diesem Wege erprobt werden,  professionelle Angebote und tatsächliche Berufsperspektiven für arbeitslose engagierte Freiwillige, die uns gesellschaftlich zugute kommen.

Z. B. wurde ein offenes Atelier für Menschen mit und ohne demenzieller Erkrankung vom MGH Köln mit Studierenden (über Honorar) entwickelt und erprobt. Mittlerweile tourt dieses Kunstatelier erfolgreich durch viele Altenheime in Köln. Die jungen Studentinnen haben sich mit dem erfolgreichen Projekt nun selbstständig gemacht.

Auch für die aktive Einbindung von Jugendlichen bietet die Zahlung von Aufwandsentschädigungen eine zusätzliche Motivation für den Einstieg in das soziale Engagement.

So unterstützen Jugendliche in der Regel die MGH – Arbeit mit Kursangeboten, als Trainer, bei der Hausaufgabenhilfe, beim Organisieren und Durchführen von Festen und Veranstaltungen, arbeiten im Sozialkaufhaus, im offenen Treff, geben Sprachunterricht, Computer – und Handykurse, als Babysitter und Vorleser, Nachbarschaftshelfer uvm.

MGH bieten darüber hinaus vielen Menschen in Maßnahmen der ARGE (Job-Perspektive, AGH etc.) ein Versuchsfeld und die Chance, sich unter Anleitung auszuprobieren, um eine berufliche Orientierung und somit einen (Wieder-)Einstieg in den Beruflichen Alltag zu erlangen. Auch eine Vielzahl an Praktikanten und Auszubildenden finden in den MGH gute Aus- bzw. Weiterbildungsmöglichkeiten.

MGH sind selbst lernende und aktive Netzwerke für den Stadtteil und die Kommune.

Der Vernetzungsgedanke/die Vernetzungsverpflichtung des Aktionsprogramms bewirkt Wissens- und Erfahrungsweitergabe unter den MGH.

Dies geschieht durch den kollegialen Austausch bei Regionalkreistreffen und Beratung durch die „Leuchtturmhäuser“, durch Fachtage, dem Intranet mit eingepflegtem, fachlichem Know-How und Thementelefonkonferenzen. Erfolgreiche Arbeitsansätze, Ideen, Projekte und Angebote finden so schnell Nachahmer über die eigene Einrichtung hinaus.

Z.B. tourt die interkulturelle Generationenkofferaustellung des MGH Bochum „ Losgehen. Ankommen“, seit einem Jahr bundesweit durch die MGH und hat schon etliche Nachahmer gefunden.

MGH sehen sich darüber hinaus mit ihrem Know-How auch als Berater und Unterstützer der Kommunen / Kreise und deren Institutionen, die sich dem Generationengedanken verpflichtet fühlen und aktiv die demografische Entwicklung gestalten möchten.

Der Netzwerkgedanke verpflichtet die MGH darüber hinaus, sich mit allen gesellschaftlich relevanten Akteuren im Stadtteil zu vernetzen und Kommunikationsstrukturen bzw. auch Kooperationsstrukturen zu entwickeln.

Entgegen der herkömmlichen sozialen Arbeit beschränken sich MGH nicht nur auf  fachbezogene Netzwerke, sondern kooperieren neben den kommunalen Trägern auch mit Selbstorganisationen, Gemeinden, Vereinen, mit Politik und lokaler Wirtschaft. So wurden völlig neue Synergieeffekte in der Angebots- und Nutzerstruktur entwickelt, die dem Stadtteil und der Kommune/Landkreis zugute kommen. Die Kooperationen z.B. mit einer Moscheegemeinde und der jüdischen Gemeinde führte in Bochum zu einem interreligiösen Dialog, der bei größeren Veranstaltungen auch vom Kulturbüro und kleineren lokalen Wirtschaftsunternehmen gefördert wird.

Auch gibt es zunehmend Unternehmen, die die Angebotsstruktur der MGH für sich nutzen und sich andererseits auch in die Finanzierung einbringen. Z.B. durch Inanspruchnahme von Kita- Plätzen, Organisieren von Betriebsfesten, Kinderbetreuungsangeboten, Begleitung von Auszubildenden, Beratung einzelner Zielgruppen, Ausrichtung von Seminaren und Fortbildungen für die Belegschaft mit Themen wie z.B. interkulturelle Kompetenztrainings, Gesundheitsthemen, Vorruhestand, Pflege etc.

MGH verstehen sich als Unterstützer und Berater auch für andere Institutionen, Kommunen, Vereine etc., die sich intergenerativ öffnen wollen oder von dem Know-How der MGH profitieren können.

Auch der intergenerative Arbeitseinsatz wird über die Netzwerkarbeit der MGH in kommunale Strukturen eingebracht. So ist die Bandbreite der Kooperationspartner der MGH sehr groß. Sie umfasst die Zusammenarbeit mit Altenheimen/Pflegeheimen, Familienzentren, Jugendzentren und Kindertagesstätten, Jugendhilfe und Altenpflege, ARGE und Jobcentern, Bildungsträgern wie Schulen und Universitäten, Selbstständigen und lokaler Wirtschaft in allen Fassetten. In ihre Netzwerkarbeit beziehen sie Entscheidungsträger der örtlichen Politik und Verwaltung mit ein.